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    Virtuelle Persönliche Assistenten: Gibt es sie bald auch in Deutschland?

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    Gastbeitrag von Bastian Kröhnert (auf dem Bild ist er gerade in Peking)

    Das entfernte Rauschen des Meeres dringt in Dein Ohr, Du fühlst die warme Sonne auf der Haut und der Wind trägt Dir den süßen Duft von Blüten in die Nase. Du sitzt entspannt in Deinem Liegestuhl, schickst noch kurz eine letzte E-Mail an Deinen virtuellen persönlichen Assistenten (VPA) und widmest Dich dann wieder ganz Deinem Cocktail.

    Das ist meine Vision von effizienter Arbeit und der optimalen Kombination von vorhandenen Ressourcen. Durch die Ausnutzung neuer Möglichkeiten in einer globalisierten Welt ist es heute möglich, von jedem Ort der Welt aus mithilfe eines normalen Laptops zu arbeiten und dabei mehr Geld zu verdienen als in einem 8-Stunden Bürojob.

    Wie auch der Privatmann lästige Aufgaben outsourcen kann

    Im Jahr 2007 stellte Tim Ferriss in der “4-Hour Workweek” erstmals diesen Lifestyle von wenig Arbeit und viel Geld vor. Ferriss baute sich passive Einkommensquellen auf, während er in Südostasien Kampfkünste trainierte oder in Argentinien einen Tango Weltrekord aufstellte. Die Quintessenz: Die eigene Zeit intelligent nutzen und durch Outsourcing Dinge an dem Ort erledigen lassen, an dem sie am günstigsten sind.

    Ferriss’ Ansichten und Modelle wurden auch in Deutschland viel diskutiert und ein Großteil der Leser war ebenso beeindruckt wie seine amerikanischen Anhänger. Zeitmanagement schien dabei nie das Problem zu sein. Es ist bekannt, dass es mit effektiverem Zeitmanagement möglich ist, Aufgaben in wesentlich kürzerer Zeit zu erledigen.

    Aber wie bitte soll ein Privatmann Aufgaben outsourcen? Dass sich die Auslagerung von Arbeiten in Niedriglohnländer lohnt, wissen viele große Unternehmen schon seit mehreren Jahrzenhnten, doch für Privatleute schienen diese Ressourcen bisher unzugänglich. Thomas Friedman hat mit seinem Buch “The World is Flat” schließlich den Fokus einer breiten Masse auf eine boomende Industrie in Indien gelenkt. Virtuelle persönliche Assistenten.

    Vielbeschäftigte Amerikaner können einfache zeitintensive Aufgaben an einen Assistenten in Bombay abgeben. Von Reisebuchungen über Internetrecherchen hin zur Pflege von Datenbanken können viele Arbeiten ohne Probleme an jedem Ort der Welt erledigt werden. Und da das Lohnniveau in Indien um ein Vielfaches geringer ist als in den englischsprachigen Industrienationen, arbeitet ein indischer Universitätsabsolvent für einen Stundenlohn, der niedriger ist als der eines amerikanischen Aushilfsarbeiters.

    Der VPA kann telefonisch, per E-Mail oder per Chat kontaktiert werden und er führt die Aufgaben sofort aus, wenn notwendig. Ganz so als säße er im Zimmer nebenan.

    Virtuelle persönliche Assistenten in Deutschland

    Long Story short: Derzeit entstehen riesige Industrien, die die Vorzüge der globalisierten Welt für kleine Unternehmer und Privatleute greifbar machen. Aber was haben wir in Deutschland davon? Viele von uns sprechen zwar ein ganz anständiges Englisch, aber wenn mein Assistent mir ein Hotel in Kleinsalzberg in Hinterbayern buchen soll, wird er ohne die deutsche Sprache nicht weit kommen. Folglich: Wenn wir in Deutschland vernünftig mit einem virtuellen Assistenten zusammenarbeiten wollen, muss er auch vernünftiges Deutsch sprechen.

    Vor demselben Problem stand ich auch, als mir mein jetziger Geschäftspartner Simon Barth im Herbst letzten Jahres erstmals von VPAs erzählte. Die Möglichkeiten schienen einfach grenzenlos zu sein. Mit einem virtuellen Assistenten könnte man ein komplettes Unternehmen aufbauen und automatisieren, ohne dafür riesige Kosten zu haben Kosten zu haben. Zum Beispiel könnte so ein Assistent sich um meine E-Mail Korrespondenz kümmern, Marketingkampagnen für mich durchführen, mögliche Kunden anrufen oder mir einfach einfache organisatorische Aufgaben abnehmen.

    Die Lösung des Problems?

    Es gab definitiv keine günstigen virtuellen Assistenten in deutscher Sprache. Aber ich hatte meinen schönen Strand und die leckeren Cocktails noch nicht aufgegeben. Also beschloss ich mit Simon nachts bei einem Skype-Telefonat zwischen Beijing und Toronto (wo wir beide zu diesem Zeitpunkt für knapp ein halbes Jahr lebten), dass wir selber virtuelle persönliche Assistenten in Deutschland anbieten würden.

    Seit letztem November arbeiten wir an der Umsetzung und jetzt stehen wir kurz vor dem Ziel. Ich möchte jetzt noch nicht zu viel verraten, aber wir werden manchen indischen Anbieter mit unseren deutschsprachigen Assistenten im Preis schlagen können. News gibt es zur Zeit hauptsächlich auf unserem Blog outsourceyourlife.de. Das Projekt wird noch diesen Sommer an den Start gehen.

    Das Outsourcen von alltäglichen Aufgaben an virtuelle persönliche Assistenten wird am Anfang für die meisten Menschen sehr ungewohnt sein. Wir Deutschen nehmen die Dinge in der Regel selber in die Hand. Daher werden wir in nächster Zeit schon einige Ideen und Tipps zum Umgang mit virtuellen Assistenten veröffentlichen.

    Virtuelle persönliche Assistenten in deutscher Sprache waren bisher das letzte fehlende Puzzleteilchen, um Ferriss’ 4-Stundenwoche in Deutschland umzusetzen. Die Amerikaner sind uns in solchen Bereichen meistens ein paar Jahre voraus, aber wir holen immer schneller auf.

    Soweit der Gastbeitrag von Bastian Kröhnert, der daran arbeitet, auch in Deutschland erschwingliche VPA-Dienste anzubieten. Nächste Woche erscheint Teil II mit mehr Details.

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    6 Reaktionen zu “Virtuelle Persönliche Assistenten: Gibt es sie bald auch in Deutschland?”

    1. Zum Thema Deutsch sprechen: Es ist erschreckend wie wenige Menschen in Deutschland Englisch sprechen. Hier in Asien geht das ohne Englisch gar nicht mehr, gerade Schueler muessen Englisch sprechen, sont bekommen sie keinen guten Job. auch, weil Laender in Asien viel internationaler sind als deutsche Firmen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist eien globale Loesung zu haben und diese dann zu lokalisieren als mit einer lokalen Loesung zu beginnen.

    2. [...] habt ihr schon von Markus Albers’ “Morgen komm ich später rein“-Blog gehört. Seine umfangreichen Erfahrungen hat er bereits in seinem gleichnamigen Buch [...]

    3. [...] » Virtuelle Persönliche Assistenten: Gibt es sie bald auch in Deutschland? (Teil 1) » Was soll ich denn bitte mit einem Virtuellen Persönlichen Assistenten? (Teil 2) [...]

    4. Ferriss baute sich passive Einkommensquellen auf

      Nett formuliert … seine «passiven Einkommensquellen» wären in Deutschland oder der Schweiz vermutlich illegal, allein der ganze Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln … :->

      Es ist erschreckend wie wenige Menschen in Deutschland Englisch sprechen.

      Menschen sprechen Fremdsprachen nicht aus Spass, sondern aus Notwendigkeit. Während man in Deutschland sein Leben problemlos mit Deutsch bestreiten kann, ist dies anderswo nicht möglich, typischerweise weil ein Land unzählige Sprachen zählt, heute aber eine gemeinsame sprachliche Grundlage für Bildung, Handel, usw. notwendig ist. Ergo kommt häufig Englisch ins Spiel – oder zumindest lokale Varianten davon.

    5. Endlich!! Die Idee ist so genial, ich werde sofort bei Euch buchen! Genau darauf warte ich schon lange.

      Die Domain ist offline…

      Ich werde mal den zweiten Teil lesen, bitte haltet mich auf dem Laufenden, Danke!

    6. @Phil Der Dienst ist vor ein paar Wochen unter http://www.strandschicht.de/ online gegangen. Ich habe ihn auch schon für die Wirtschaftswoche getestet:http://www.markusalbers.com/artikel/weitere/wirtschaftswoche–ferne-helfer/

      Gruß,
      Markus Albers

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